Depression

 

Frauen leiden doppelt so häufig wie Männer an einer Depression. Das hat biologische aber auch geistige Ursachen.

Laut Bundesgesundheitsbericht ist die Krankheitshäufigkeit in Sachen Depression bei 15 bis 65 jährigen in Deutschland ähnlich hoch wie in den meisten anderen vergleichbaren Studien im EU-Raum aus den letzten Jahren.

Im Laufe ihres Lebens sind circa 25% aller Frauen und 12% der Männer von einer Depression betroffen. Einschließlich leichtere Formen der Krankheit.

 

Psychische Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit Suizid.

Dabei werden durch Depressionen die häufigsten Suizide verursacht.

Von 9451 Sterbefällen durch Suizid im Jahr 2008 weißt die Statistik auf drei Mal mehr Selbsttötungen bei Männern hin als bei Frauen.

Warum die weiblich Seele sich so viel öfters verletzt fühlt, ist aus sozialer, biologischer Sicht des Entstehens ein komplexes Zusammenwirken, dessen Erklärung es doch nicht im Ganzen zu fassen vermag.

Insgesamt leiden die Frauen nicht mehr unter psychischen Störungen als Männer. Beide sind dafür genetisch gleich gut ausgestattet. In der Auswirkung neigen Männer jedoch mehr zur Suchtabhängigkeit (z.B. Alkohol, Drogen, Spielen) oder antisozialem Verhalten, während die Frauen eher typische Anzeichen einer Depression ausbilden.

 

Der Wert der Anerkennung

Begeben wir uns auf Symptomsuche, aus soziokultureller, biologischer Sicht.

In ihrem Job ist eine Frau genau so stark wie der Mann. Stress ist ein Faktor, der, auf die meist stärker emotional ausgeprägten Seiten der Frau, nachhaltiger wirken kann. Wo das starke Geschlecht darüber schweigt, gesteht man der Frau zu, schwäche zu zeigen und sich helfen zu lassen. Ausnahmen gibt es noch viel zu selten.

Beruf, Karriere, Familie, Freundschaft, Freizeit, Haushalt und die gestiegenen Möglichkeiten sein individuelles Leben darin, selbst zu bestimmen, verleiten eher zur Desorientierung. Weil diese Vielfalt im "Haben", immer auch als Risiko empfunden wird, sich zu verirren und die Ziele auch zu verfehlen.

Nicht selten wird aus dem Leistungspensum und der Leistungsbereitschaft der jungen, gut ausgebildeten Frauen in dem Berufsfeld, für das sie »brennen«, eigen gemachter Leistungsdruck.

Sie bewerten ihre Arbeit teils schlechter als vergleichbare Leistungen der Männer. So manches Mal ist es der hohe Grad von Anspruch an sich selbst, der sie schleichend unter Druck setzt.

Dabei können sie sich weniger gut vom Berufs-Alltag distanzieren als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen. Oder sie spüren das verletzende Gefühl der Nichtanerkennung aus den Worten anderer, das »nicht gut genug zu sein«, mit dem Resultat eben noch genauer werden zu wollen, präziser zu werden, etc. ist dass, was sie dann antreibt, bis an ihre Belastungsgrenzen zu gehen