Angst vor Prüfungen

 

Anspannung vor Prüfungen kennt jeder. Prüfungsangst jedoch ist, wie eine unsichtbare Last die einem das Vorwärtskommen zur Hölle macht. Was tun, wenn die Nerven Salto schlagen.

 

Um einen Lernstoff im Langzeitgedächtnis abzuspeichern, muss dieser eingeübt werden. Im Kurzzeitgedächtnis wird das Thema zunächst aufgenommen, die Kapazitäten sind dort kleiner, das nachfolgende drängt das vorige Thema irgendwann raus, es geht verloren. 

Beim Lernen zu zweit zu dritt oder in Lerngruppen kann das zu erlernende auch Freude bereiten, was die Prüfungsangst mildert. Weiterhin kann man den Lernstoff visualisieren, gegebenenfalls spielerisch wiedergeben, vielleicht indem man einzelne Textpassagen spontan in Szene setzt. Es lernt sich besser, wenn man sich bewegt, und dabei sein Lernziel verfolgt.

Das erlernte bleibt im größeren Langzeitgedächtnis auch noch besser abrufbar. Die entstehende Sicherheit auf fachlicher Ebene festigt sich und wirkt gegen die Prüfungsangst. Der Berg an Prüfungsmaterial bleibt überschaubar, wenn das Lernen nicht erst kurz vor der Prüfung beginnt. Dem Binge learning, das Anfallartige in sich hinein pauken wird vorgebeugt.

Im gemeinsamen Lernen erhält man Feedback, man weiß, wo man mit dem erlernten steht. Und ist ein stressiger Tag überwunden, wirkt der Anruf bei Seelenverwandten wie eine Umarmung. Es bringt Zufriedenheit. Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison haben das in einer Studie anhand des höheren Gehaltes des Wohlfühlhormons Oxytocin herausgefunden.

Die Konzentration bei Prüfungsangst lässt sich auch mit einer kurz – Meditation verbessern. Sie liegen bequem auf dem Rücken, halten die Augen geschlossen. Sie konzentrieren sich möglichst nur auf ihren Atemfluss. Aufkommende Gedanken sollten sie innerlich kurz bewusst bestätigen, sie aber nicht weiter verfolgen, sondern sich dann wieder ganz der Atmung zuwenden. Tun sie das an den letzten vier Vorbereitungstagen, täglich 20 Minuten lang, es lohnt sich. Es vermindert die Angstgefühle und verbessert das Arbeitsgedächtnis. Eine deutliche Leistungssteigerung war bei allen kognitiven Tests, die unter Zeitdruck durchgeführt wurden festgestellt worden.

Darüber hinaus gibt es zur Prüfung Tipps und Erfahrungen von Lehrern und Fachschaft, möglich ist auch sich den Rat aus vorangegangenen Gruppen und Semestern einzuholen.

 

Wenn die Prüfungsangst  ansteigt.

Ich habe nicht genug gelernt, das schaffst du nicht, ich kann das nicht. Diese Stimmen im Kopf kreisen in einem. Schon bevor man die »Stunde der Wahrheit« antritt, ist man zermürbt.

Bei Prüfungsangst versuchen viele ihre Schwäche auf andere Ursachen zu lenken, zu verbergen, seinen Makel nicht einzugestehen. Weder vor Mitlernenden noch vor fachkundigen Begleitern.

Fragen wie: Was ist, wenn der Therapeut mich für gestört hält? Dann habe ich wirklich ein Problem, tauchen auf.

In der konkreten Prüfungssituation steigt dann die Nervosität nochmals. Die Angst führt Regie. Was bloß der Prüfer oder die anderen dabei denken, wenn sie mich so sehen. Schweißperlen glitzern auf der Stirn, der Blick starr gerichtet auf das allernächste Ziel, Zittern, hochroter Kopf, Verstolpern der Sätze und anderes mehr fürchtet man.

 

Den eigenen Druck herausnehmen.

Die Prüfer sind auch nur Menschen, die es nicht darauf anlegen einen durchfallen zu lassen. Das ist nicht der Zweck ihrer Aufgabe. Sie kennen natürlich die Anspannung an solchen Tagen.

Wenn man sich gut vorbereitet hat, ist eine solche Erwartungsangst unbegründet.

Anders ausgedrückt. Sinnvolle Angst ist eine die vor einem Unglück warnt, nicht aber eine die jemand in ein Unglück hineintreibt. Die Angst vor der Angst bei Prüfungen ist unbegründet und doch gefährlich, wenn sie sich zur negativen Erwartungshaltung ausformt. Eine Erwartung den gesamten Lernstoff vor Nervosität zu vergessen, könnte ein Gedankenkarussell veranstalten mit dem Ergebnis überhaupt nichts zu verstehen, um sein Erlerntes anzuwenden.

 

Die paradoxe Intention

Die paradoxe Absicht bedeutet, Sie wünschen sich lediglich das, wovor sie am meisten Angst haben. Z. B. Ihr Gedächtnis soll derart leer gefegt sein das die Anwesenden Personen ein Echo hören können, bei jeder ihrer Bewegungen.

Wünschen sie sich intensiv, ihren peinlichsten größten anzunehmenden Unfall herbei. Seien sie innovativ. Sie werden innerlich über sich selbst schmunzeln. Doch damit wird ihre Prüfungsangst reduziert, warum?

Der Mensch liebt die trotzige Ironie so sehr das er sogar sich selbst parodiert. Dadurch entsteht ein humoristischer Effekt. Beide Übertreibungen, sowohl ihre unbegründete Angst wie auch die gewünschte Parodie neutralisieren sich gegenseitig auf Null, was wieder ein normales Leben ohne sinnlose Ängste ermöglicht.

 

Wenn eine Vision Sie einst begeistern konnte etwas anzugehen, warum denn nicht auch Begeisterung auf dem Weg dorthin empfinden!?

 

Zu guter Letzt ein Gedicht von Wolfgang Hilbig:

 

Ihr habt mir ein Haus gebaut,

lasst mic