Wege aus der Kaufsucht

 

Nie waren die Verlockungen des Shoppings größer als heute. Das Geld entschwindet für neue Ware, eingetauscht für einen flüchtigen Moment des Glückes. Doch dem unwiderstehlichen Drang zu kaufen kann man begegnen.

Beim Anblick der schönen Schuhe versagte jegliche Kontrolle. Die Kaufsucht kannte kein halten mehr.  Man fühlte sich förmlich, gezwungen zu kaufen. Die Schuhe stehen nun im Schrank und bleiben fast immer unbenutzt neben all den anderen Schuhen, Kleidern oder Kosmetika. Dem Mann hingegen gefallen eher elektronische Geräte und Sportartikel.

Das Gefühl der Befriedigung stellt sich nur im Moment der Kaufausführung ein. Danach beschleicht einen das schlechte Gefühl sich wieder etwas Unnötiges geleistet zu haben. Gefolgt von eilfertigen Rechtfertigungen. Durch die Kaufsucht bedient man sein ergänzungsbedürftiges Selbstwertgefühl oder verdrängt Ängste.

 

Online kaufen per Klick, Ratenkauf, Sonderangebote oder per Kreditkarte machen es der Kaufsucht leicht. Der finanzielle Engpass macht sich meist erst bemerkbar, wenn wieder mehr Tage als Geld übrig bleiben.

Impulskontrollstörungen nennt man dass, was immer wieder viele Haushalte belastet und Beziehungen ruiniert. Ohne Gegenmaßnahmen nimmt es meist immer intensivere Ausmaße an. Bis die Kaufsucht die eigene seelische Zwickmühle, für jeden sichtbar werden lässt.

 

 

Ein erster Schritt aus der Kaufsucht

Auf einer Einkaufsliste sollte ersichtlich werden, was alles angeschafft wurde. Wie oft sich also Waren oder genutzte Dienstleistungen in welcher Zeit wiederholen. Tun sie das, ohne zu werten, auch wenn sie vermuten, was der größte Posten ist. Denn nun ist es nicht nur etwas Ungefähres, sondern Konkretes und im Bewusstsein angekommen. Für diese Schwäche muss man sich nicht schuldig fühlen.

Unverzichtbar ist zwischen Wichtigem und weniger Wichtigem zu trennen. Dabei wird jede einzelne Anschaffung auf einen sachlich anwendbaren Nutzen geprüft.

Eine Patientin sagte: Beim Kaufen ist es einfach berauschend zu wissen die Kleider dann untereinander kombinieren zu können. Auch wenn das letzten Endes nur im Modegeschäft geschieht.

Nachdem die unnötigen Ausgaben ersichtlich sind, wird in der Therapie die Aufmerksamkeit auf den noch möglichen Handlungsspielraum gezeigt.

Konsum anfällige Menschen werden auch nach einer Therapie nicht geheilt sein. Sie werden sich dem Verlangen zu viel zu kaufen immer wieder ausgesetzt fühlen. Kaufen ist gesellschaftlich anerkannt und meist erforderlich. Der Betroffene kann jedoch lernen, wie er seine unsinnige Triebkraft mildert .

 

Manfred Fischer